Angegriffen wird, wo es leicht ist
Viele kleine Betriebe denken: „Bei uns ist doch nichts zu holen.“ Das BSI sieht es anders. Rund 80 Prozent der 2024 bei der Polizei angezeigten Ransomware-Angriffe zielten auf kleine und mittlere Unternehmen. Ransomware ist Schadsoftware, die Ihre Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert. Und laut BSI werden vor allem die Unternehmen angegriffen, die die schwächsten Sicherheitsvorkehrungen haben, nicht unbedingt die reichsten. Bei 72 Prozent der angezeigten Ransomware-Fälle ging es zusätzlich um gestohlene Daten oder die Drohung, sie zu veröffentlichen.
Das heißt: Es kommt nicht darauf an, wie groß Sie sind, sondern wie offen. Unten finden Sie fünf Branchen, jeweils mit typischen Schwachstellen, den Folgen eines Angriffs und dem, was der KI-Schutzschild dagegen tut. Wir beschreiben typische Lagen. Ihren Betrieb sehen wir uns im kostenlosen Sicherheits-Check an.
Quelle: BSI, Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025, Kapitel Cybercrime.
Handwerk: Steht das Büro, steht die Baustelle
Typische Schwachstellen
- Tablets und Handys auf der Baustelle, die auf Aufträge, Pläne und Kundendaten zugreifen
- Fernzugang für Mitarbeiter im Außendienst, oft schnell eingerichtet und nie wieder angeschaut
- Ein Büro-Rechner, auf dem Angebote, Rechnungen und Lohndaten liegen, ohne getrennte Netze
- Rechnungen per Mail: Betrugsmails mit gefälschten Lieferanten-Rechnungen fallen kaum auf
Was ein Angriff bedeutet
Ist der Büro-Rechner verschlüsselt, gibt es keine Aufträge, keine Rechnungen, keine Termine. Die Trupps stehen auf der Baustelle und wissen nicht, was zu tun ist. Jeder Tag Stillstand kostet Geld, und Kunden warten nicht.
Was der Schild tut
Ungesicherte Fernzugänge schließen wir. Der Zugriff von der Baustelle läuft über eine verschlüsselte Verbindung (VPN), die an der Firewall endet. Zwei-Faktor-Anmeldung sorgt dafür, dass ein gestohlenes Kennwort allein nicht reicht. Gegen gefälschte Rechnungen hilft eine einfache Regel: neue Kontonummer, erst zurückrufen. Und wir prüfen, ob Ihre Datensicherung im Ernstfall wirklich zurückspielbar ist.
Praxen und Therapeuten: Ohne Praxissoftware keine Sprechstunde
Typische Schwachstellen
- Praxissoftware auf einem Server im Hinterzimmer, der selten Updates sieht
- Medizinische Geräte und Drucker im selben Netz wie die Patientenakten
- Gäste-WLAN im Wartezimmer, das mit dem Praxisnetz verbunden ist
- Anrufe und Mails, die sich als Kasse, Labor oder Softwarehaus ausgeben
Was ein Angriff bedeutet
Hier geht es um Daten, die besonders schützenswert sind: Gesundheitsdaten Ihrer Patienten. Fällt die Praxissoftware aus, können Sie keine Termine einsehen und nicht abrechnen. Gehen Daten verloren oder in fremde Hände, kann das zusätzlich rechtliche Folgen haben. Ärzte und Angehörige anderer Heilberufe unterliegen der Schweigepflicht nach § 203 Strafgesetzbuch. Für Praxen, die mit den Krankenkassen abrechnen (Vertragsärzte und Vertragszahnärzte), gibt es zusätzlich eine verbindliche Richtlinie zur IT-Sicherheit. Sie wird von den Kassenärztlichen Bundesvereinigungen im Einvernehmen mit dem BSI festgelegt (§ 390 Sozialgesetzbuch V).
Quellen: § 203 StGB, § 390 SGB V (gesetze-im-internet.de).
Was der Schild tut
Wir trennen Praxisnetz, Geräte und Gäste-WLAN voneinander. Die Firewall fängt Angriffe aus dem Internet ab und sperrt bekannte gefährliche Seiten. Wir halten das Gerät aktuell und prüfen die Sicherung. Welche Anforderungen im Einzelnen für Ihre Praxis gelten, klären Sie bitte mit Ihrer Kammer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten. Das ist keine Rechtsberatung.
Ehrlich gesagt
Gegen eine Mail, die täuschend echt aussieht, hilft eine Firewall nur begrenzt. Hier helfen klare Regeln im Team: Nie auf Zuruf Zugangsdaten herausgeben, bei Zweifeln zurückrufen, und Zwei-Faktor-Anmeldung für wichtige Konten. Auch das besprechen wir mit Ihnen.
Steuerkanzleien und Anwälte: Vertrauen ist Ihr Kapital
Typische Schwachstellen
- Mandantendaten, die per Mail und auf Laptops unterwegs sind
- Zugang von zu Hause oder unterwegs ins Kanzleinetz
- Fristen im Kalender: Wer unter Druck steht, klickt schneller
- Gefälschte Mails, die sich als Mandant, Finanzamt oder Gericht ausgeben
Was ein Angriff bedeutet
Für eine Kanzlei ist Vertrauen das Kapital. Gelangen Mandantendaten nach draußen, ist nicht nur Arbeit blockiert, sondern auch der Ruf angekratzt. Dazu kommt die Verschwiegenheit: Auch Rechtsanwälte und Steuerberater nennt § 203 Strafgesetzbuch ausdrücklich. Was das im Einzelnen für Ihre Technik bedeutet, fragen Sie bitte Ihre Kammer oder einen Fachanwalt. Das hier ist keine Rechtsberatung.
Quelle: § 203 StGB (gesetze-im-internet.de).
Was der Schild tut
Der Fernzugang läuft ausschließlich verschlüsselt und mit zweitem Faktor. Die Firewall trennt das Kanzleinetz von Gästen, Druckern und Geräten ohne Updates. Wir behalten die Überwachung im Blick und passen Regeln an, wenn sich Ihr Arbeitsalltag ändert.
Hausverwaltungen: Ein Angriff, viele Betroffene
Typische Schwachstellen
- Mieterdaten, Verträge, Kontoverbindungen und Schlüsselverzeichnisse an einer Stelle
- Zugänge für Hausmeister, Handwerker und Dienstleister
- Kameras, Türsprechanlagen und Smart-Geräte in betreuten Objekten, oft ohne Updates
- Rechnungen von Dienstleistern per Mail, ideal für Betrugsversuche
Was ein Angriff bedeutet
Ein Angriff trifft nicht nur Ihr Büro, sondern viele Menschen, die Ihnen ihre Daten anvertraut haben: Eigentümer und Mieter. Außerdem stehen Zahlungen und Abrechnungen still. Werden Daten veröffentlicht oder damit gedroht, wird es auch rechtlich unangenehm.
Was der Schild tut
Wir trennen Kameras und Smart-Geräte vom Büronetz. Dienstleister bekommen, wenn nötig, einen eigenen, begrenzten Zugang statt Schlüssel zum ganzen Haus. Updates, Lizenzen und Überwachung laufen jeden Monat mit. Zusätzlich empfehlen wir das Vier-Augen-Prinzip bei Überweisungen.
Büros und Händler: Steht die Kasse, steht der Umsatz
Typische Schwachstellen
- Kassensystem und Warenwirtschaft im selben Netz wie Büro und Gäste-WLAN
- Online-Shop, Zahlungsabwicklung und Lieferantenportale mit Zugangsdaten
- Mehrere Mitarbeiter, viele Geräte, aber niemand, der sich um die Technik kümmert
- Rechnungs- und Lieferbetrug per Mail oder Telefon
Was ein Angriff bedeutet
Ist die Warenwirtschaft verschlüsselt, wissen Sie nicht mehr, was im Lager liegt und was bestellt ist. Kunden gehen zum Nächsten. Im Büro sind es Termine, Verträge und Rechnungen, die plötzlich fehlen.
Was der Schild tut
Kasse, Büro und Gäste-WLAN werden voneinander getrennt. Die Firewall blockiert gefährliche Verbindungen, und wir kümmern uns jeden Monat um Updates und Schutzlizenzen. Für Shop, Zahlungsdienste und Lieferantenportale richten wir, wo möglich, die Zwei-Faktor-Anmeldung ein. Außerdem prüfen wir, ob Sie nach einem Ausfall schnell wieder arbeiten könnten.
Was für alle Branchen gleich ist
Ein Schutzgerät allein macht niemanden sicher. Deshalb gehören zum Paket getrennte Netze, VPN, Zwei-Faktor-Anmeldung und die Prüfung der Datensicherung. Wo Menschen getäuscht werden, helfen vor allem klare Regeln: Rückruf auf die bekannte Nummer, Vier-Augen-Prinzip bei Überweisungen. Mehr dazu unter KI-Angriffe.
Gemeinsam ist allen fünf Branchen: Es sind wenige Menschen, viele Geräte und kein eigener IT-Mitarbeiter. Genau deshalb ist ein Schutz sinnvoll, um den sich jemand anderes kümmert. Sie arbeiten, wir halten die Technik aktuell, überwachen das Gerät und melden uns, wenn etwas zu tun ist. Das ist kein Ersatz für aufmerksame Mitarbeiter, aber es nimmt Ihnen eine Sorge ab.
Ihre Branche fehlt oder Sie sind ein Mischbetrieb? Kein Problem: Im Check schauen wir auf Ihre echten Geräte, nicht auf eine Schublade.